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Konzert für Streichquartett und Orchester (B-Dur) nach Georg Friedrich Händel: Concerto grosso, op. 6 Nr. 7 in B-Dur (1933)

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I. Largo. Allegro
     
       
II. Largo
   
       
III. Allegretto grazioso
   
       
IV. Hornpipe. Moderato
       

AUFFÜHRUNGSDAUER: ca. 21 Min.

ENTSTEHUNGSZEIT: April 1933 - 16. September 1933

ERSTAUFFÜHRUNG:  26. September 1934, Prag, Tschechoslowakischer Rundfunk (Kolisch-Quartett; Rundfunkorchester; Dir. Karl Boleslav Jirák)

ERSTDRUCK:G. Schirmer, New York 1968 (1969, No. 113 Studienpartitur)

NOTENMATERIAL: G. Schirmer: ED 46404 (Partitur)


Das Streichquartett-Konzert habe ich Mitte 1933 geschrieben gleich nach dem Konzert für Violoncell. Veranlasst unmittelbar durch das Kolisch-Quartett, welches auch die ersten Aufführungen in Prag gespielt hat, verwirklicht es einen Teil meiner Absicht, einzelnen Instrumenten neue technische Aufgaben zu stellen, welche ich weiter auszuführen gedenke durch ein Klavier- und ein Violin-Konzert. Es hat sich mir hiebei nicht darum gehandelt, dem Instrument neue Farben oder Klänge abzugewinnen, obwohl es daran kaum fehlen dürfte. Sondern ich wollte bisher unausgenützte Möglichkeiten, Griffe, Spielweisen anwenden, deren Bewältigung die Instrumentalisten befähigen soll, moderne Themen und Melodien vollendet zu spielen.
Kompositorisch bin ich bestimmt weitergegangen, als Brahms oder Mozart in ihren Händel-Bearbeitungen. Ich habe mich nicht, wie sie, darauf beschränkt, Sequenzen und uninteressantes Figurenwerk auszumerzen und die Satzweise zu bereichern, sondern insbesondere im dritten und vierten Satz, deren Dürftigkeit hinsichtlich der thematischen Erfindung und Ausführung keinem aufrichtigen Zeitgenossen genügen könnte, habe ich ganz frei und unabhängig geschaltet und unter Benützung des Brauchbaren einen ganz neuen Aufbau vorgenommen. Von dieser Freiheit glaube ich wird man stilistisch kaum mehr gestört werden, als durch die Kadenzen, die moderne Autoren in klassischen Konzerten anbringen. In harmonischer Beziehung gehe ich nicht wesentlich weiter, als solche und glaube auch was die Solidität der Form und die Vertiefung der motivischen Verarbeitungen und ihrer Zusammenhänge anbelangt, nicht hinter ihnen zurückstehen zu müssen.

Arnold Schönberg (1935)

Diskographie