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Gustav Mahler: Symphonie Nr. 6. Leipzig 1906 | Arnold Schönberg Center
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 6. Leipzig 1906 | Arnold Schönberg Center
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Aus dem Archiv – Quelle zur Mahler-Interpretation

Durch den Pianisten Leonard Stein gelangten zahlreiche Notendrucke in das Archiv des Arnold Schönberg Center, von denen einzelne aus dem Besitz Arnold Schönbergs stammten. Wenig Beachtung fand bisher eine Klavierfassung von Gustav Mahlers VI. Symphonie, die sich als bedeutende Quelle zur Aufführungspraxis der Wiener Schule erweist.

April 1919: In Arnold Schönbergs Kalender stehen zahlreiche Termine, die mit »VI Mahler« auf eine große Symphonie des verehrten Komponisten verweisen. Das Stück sollte am 27. des Monats in der Fassung für Klavier vierhändig von Alexander Zemlinsky bei einem Konzert des Vereins für musikalische Privataufführung gespielt werden. Die beiden Pianisten Ernst Bachrich und Eduard Steuermann probten ihre Parts unter der Anleitung von Arnold Schönberg, der als »Vortragsmeister« für die adäquate Einstudierung der Partitur verantwortlich war. In den Beständen zur Vereinsbibliothek im Nachlass des Komponisten fehlt jedoch besagte Symphonie Gustav Mahlers.
Schönberg verschenkte oder verlieh bisweilen Bücher oder Partituren an Schüler und Freunde, nach seinem Tod gab auch seine Witwe Gertrud vereinzelte Dokumente aus dem Nachlass zum Studium oder als Dankesgabe weiter. Leonard Stein, Schüler und Assistent des Komponisten sowie langjähriger Leiter des Arnold Schoenberg Institute, besaß unter anderem eine Ausgabe des "Lied von der Erde" Mahlers mit Einzeichnungen zum Arrangement für Kammerorchester von Arnold Schönberg. Unbekannt blieb bisher ein Exemplar der VI. Symphonie, das mit dem charakteristischen Stempel eindeutig als ehemaliger Bibliotheksbestand des Vereins für musikalische Privataufführungen zu erkennen ist. In den Noten finden sich zahlreiche Eintragungen, die auf die Hand der beiden Vereins-Pianisten zurückgehen dürften, darunter auch manche Veränderungen von Zemlinskys Arrangement. Noch auffälliger sind Annotationen in verschiedenfarbigen Buntstiften zu Tempo, Dynamik und Artikulation, die mehrheitlich auf die Hand Schönbergs verweisen.
Anlässlich eines Symposiums der Universität für Musik und darstellende Kunst »Voices of History - History of Voices. Interpreting Mahler« (21. bis 24. Juni 2022) wird das Dokument erstmals zur Diskussion gestellt. Ein kommentiertes Konzert gewährt Einblicke, wie Spuren historischer Aufführungspraxis die heutige Darstellung eines Werkes beeinflussen und verändern können.

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