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Kalenderabbildung © Arnold Schönberg Center
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AUS DEM ARCHIV – Schönbergs Hollywood-Kalender

Mit Transkription und Indizierung von Schönbergs Kalendern aus den Jahren 1935 und 36, die ab sofort über das Bildarchiv einsehbar sind, erhalten wir facettenreiche Einblicke in die Tages- und Wochenabläufe Schönbergs an seinem temporären Wohnsitz in Hollywood.

Von September 1934 bis Mai 1936 lebte Schönberg mit seiner Familie in Hollywood, Los Angeles, 5860 Canyon Cove. Dort arbeitete er u. a. am Violinkonzert op. 36. »Ich war inzwischen an die University of Southern California engagiert worden. Zuerst für eine sechswöchentliche Sommer Session in 1935, dann als ›Professor of Music‹ für die Saison 1935–36 einschließlich der Sommer Session.« (Arnold Schönberg: Bericht der Schoenberg Familie über ihr Leben während und unmittelbar vor dem Krieg).

Fred Steiner: A history of the first complete recording of the Schoenberg String Quartets, in: Journal of the Arnold Schoenberg Institute II/2 (February 1978) [Auszug]:

Wie Eintragungen in einem Kalender Arnold Schönbergs vom Mai 1936 zu entnehmen ist, begann der Komponist im Frühjahr jenes Jahres, Filmkomponisten aus Los Angeles Privatunterricht zu erteilen. Unter den ersten Schülern, die in diesem Zusammenhang angeführt werden, findet sich u. a. Alfred Newman, Musikdirektor von United Artists und einer der Pioniere der Tonfilmära.

Eines Tages vernahm Newman entweder während einer Unterrichtsstunde oder bei einem anderen Anlass Schönbergs oft geäußerte Beschwerde, dass seine Werke, insbesondere der jüngeren Kompositionsperiode, dem Publikum kaum bekannt seien. Als Schönberg seinem Schüler erzählte, dass das Kolisch-Quartett nach Los Angeles kommen werde, um alle vier seiner Streichquartette im Rahmen einer Konzertreihe an der UCLA aufzuführen, und weiters die Tatsache beklagte, dass bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Plattenfirma angeboten habe, diese Werke aufzunehmen, kam Newman auf die Idee, sie privat aufzunehmen. Wenn Schönberg das Kolisch-Quartett zu einer honorarfreien Aufführung überreden könnte, würde Newman das Musik-Aufnahmestudio der United Artists für die Herstellung der master disks bereitstellen.

Arnold Schönberg trug die Daten der Aufnahmen in seinen Taschenkalender ein: das Erste Streichquartett op. 7 wurde am Dienstag, den 29. Dezember 1936 aufgenommen; das Dritte (op. 30) und Zweite Quartett (op. 10) am 30. bzw. 31. Dezember. Eine weitere Studiositzung ist für Freitag, den 8. Januar 1937 vermerkt. Das Vierte Streichquartett op. 37 wurde am selben Tag aufgenommen und an der UCLA uraufgeführt.

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