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Neuerwerbungen

Autographen Skizze zum II. Streichquartett op. 10.
Die wohl 1908 entstandene Skizze zeigt einen Entwurf zum IV. Satz, der Vertonung der ersten Strophe von Stefan Georges Gedicht Entrückung für Streichquartett und Sopran: Mir blassen durch das dunkel die gesichter / Die freundlich eben noch sich zu mir drehten. Das Blatt ist keinem der in der Kritischen Gesamtausgabe beschriebenen Konvolute zuordenbar. Die Provenienz des Autographs ist durch einen Authentifizierungsvermerk durch die Sängerin Marya Freund verbürgt, die das Manuskript vom Komponisten selbst als Freundschaftsgabe überreicht bekam, sich allerdings bei der Werkzuordnung irren sollte. Freund trat im Schönberg-Kreis ab 1912 als Interpretin einiger seiner Lieder, später als Waldtaube in den Gurre-Liedern sowie – unter den Dirigaten von Darius Milhaud und Schönberg – in Pierrot lunaire in Erscheinung. Im Januar 1923 leitete Schönberg in Kopenhagen die Erstaufführung der Kammerfassung des Lieds der Waldtaube mit Marya Freund als Solistin. Freund engagierte sich auch auf andere Weise für den Komponisten, etwa bei der Organisation des Pariser Schönberg-Festivals 1927, bei dem sie als zentrale Interpretin in Erscheinung trat.

Widmungsexemplar von Schönbergs Harmonielehre (III. vermehrte und verbesserte Auflage)
für seinen Schüler Anton Webern vom Februar 1923.

Das Buch wurde erst kürzlich in Privatbesitz aufgefunden. Der Widmungstext lautet:

Lieber Webern, da ich nicht, wie irgend ein mohammedanischer Omar von der Bibliothek zu Alexandrien, sagen kann: »was nicht im Koran steht, ist überflüssig« – was nicht hier drin steht ist falsch – oder dergleichen, so müsste ich für dich noch auch außen etwas besonderes hinschreiben. Wird es aber dadurch mehr oder besser? Richtiger?
Herzliche Weihnachtswünsche; nachträgliche
Dein Arnold Schönberg

Zwei Postkarten Schönbergs an seinen Schüler Leopold Watza von 1913
und dessen jüngeren Bruder Bruno, Schüler von Alban Berg, aus dem Jahr 1919.

Leopold Watzas dem Brief beigelegte Evidenzkarte für Kurse in Harmonielehre von 1904/05 stellt ein bislang unbekanntes Dokument für Schönbergs Lehrtätigkeit an den Schwarzwald’schen Schulanstalten in Wien dar, die er im Oktober 1904 aufnahm. Das Dankschreiben auf einen Kondolenzbrief von Gustav Mäurer, Präsident des Österreichischen Musik- und Sangesbundes, nach dem Tod von Schönbergs Frau Mathilde im Oktober 1923 ergänzt unsere Sammlung um ein biographisch relevantes Dokument.

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