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Gemalte Musik. Atelierbesuch bei Arnold Schönberg
Foto: Leonhard Hilzensauer

Gemalte Musik. Atelierbesuch bei Arnold Schönberg

Ausstellung
11. März 2025 – 13. Februar 2026

Traumartige Fantasien, bizarre Eindrücke und glühende Augenblicke, fratzenhafte Karikaturen, naive Naturstücke und Visionen eines der Welt entrückten Ich. Arnold Schönberg erkundete die Rätsel des Seins in Tönen, in Worten, in Gemälden und Zeichnungen. Selbstportrait und Impression, elementar erfasstes Antlitz und dämonischer Christuskopf, Geisterhand und Blutröte, Palettenschmutz und die Farbe Gold – Schönbergs Einbildungskraft diktierte ihm unbedingten Ausdruck, konzessionslos gegenüber bildnerischer Logik.
Wassily Kandinsky stellte Schönbergs Bilder aus. August Macke geriet bei ihrem Anblick in Wut. Carl Moll riet dem skandalgeplagten Komponisten davon ab, mit seiner Malerei an die Öffentlichkeit zu treten. Elsa Bienenfeld, Kritikerin aus dem Musikfach, erkannte in den Gemälden »traumartig aufsteigende Phantasien«, konstatierte deren »brutale Einfachheit«. Schönberg führe die »verweichlichte Malerei zuerst vor ein eiskaltes Auge der Logik« verkündete Albert Paris Gütersloh. Von »Anläufe zur Meisterschaft« bis zu »dilettantischem Unsinn« lautete das Urteil der Presse. War Schönberg ein »Farbenphantast«, »Farbensymphoniker« oder gar »Taumelnder im kosmischen Urraum«?
Gemälde und Zeichnungen, Musikmanuskripte, Schriften, Briefe, Fotografien und Objekte aus dem Atelier kontextualisieren in der Ausstellung das beziehungsreiche Wirken Schönbergs. Zeitgenossen aus der bildenden Kunst treten mit dem malenden Komponisten in einen schriftlichen Dialog. Digital animierte Partituren, Filmclips und Stimmen aus der Vergangenheit entführen in eine nur scheinbar versunkene Welt.

Ich habe meine Bilder oft »gemalte Musik« genannt. Oder habe von »Musicieren mit Farben und Formen« gesprochen. D. h. mit einer dem Themenbilden, Motivdurchführen, in Verhältnisse setzen verwandten Anspannung.
Arnold Schönberg, 1930

Ich möchte die Schönbergsche Malerei am liebsten die »Nurmalerei« nennen.
Wassily Kandinsky, 1912

In der Tat war malen für mich dasselbe wie komponieren. Es gab mir die Möglichkeit, mich auszudrücken, meine Emotionen, Ideen und Gefühle mitzuteilen.
Arnold Schönberg, 1949

Kuratorin: Therese Muxeneder
Architektur: Jochen Koppensteiner
Digitale Realisierung: Christoph Edtmayr

Öffnungszeiten
Montag–Freitag 10–17 Uhr
Feiertags sowie 18. April, 24. und 31. Dezember 2025 geschlossen

Eintrittspreise
Erwachsene € 6; Ermäßigung: Senior:innen, Besucher:innen mit besonderen Bedürfnissen, Gruppen, Vienna City Card, Club Ö1, Ö1 Intro, mdw club, Stadt Wien Vorteilsclub

Freier Eintritt
Kinder und junge Menschen bis 26 Jahre sowie Kulturpass-Inhaber:innen


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