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Zwei Gesänge für eine Baritonstimme und Klavier [Two Songs for Baritone and piano] op. 1

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1. Dank (Karl von Levetzow)

2. Abschied (Karl von Levetzow)


DURATION: ca. 16 Min.

DATE:
Nr. 1, »Dank« (Karl v. Levetzow), 30. Juli 1898 (1. Entwurf; 2. Vertonung, 1. Fassung: 2. Hälfte 1898);
Nr. 2, »Abschied« (Karl v. Levetzow), 2. Hälfte 1898 (1. Fassung)

FIRST PERFORMANCE: 1. Dezember 1900, Wien, Bösendorfer-Saal (Eduard Gärtner, Gesang)

DEDICATION: »Meinem Lehrer und Freunde Alexander von Zemlinsky«

VERSIONS:
Fassung in c-moll/Es-Dur bzw. es-Moll/Ges-Dur (1898)
Fassung in h-Moll/D-Dur bzw. d-Moll/F-Dur (bis 1903)

SALES MATERIAL:
1. Dank (Karl von Levetzow)
Universal Edition UE 3650
Belmont Music Publishers (USA, Canada, Mexico) BEL 1021

2. Abschied (Karl von Levetzow)
Universal Edition UE 3651
Belmont Music Publishers (USA, Canada, Mexico) BEL 1021
Sammeldruck - Masters Music Publications M 1180


These two Lieder, Dank and Abschied (“Thanks” and “Farewell”) were composed in the late 1890s; the Viennese singer Eduard Gärtner performed them in 1898 during a song recital.
Karl von Levetzow penned the effect-laden verses; accompanied by large block chords and bass octaves, the vocal part varies from declamation to arioso. At the end of the first Lied, the piano part becomes almost orchestral, employing tremolos in both hands. By contrast, the chords’ high degree of alteration point to Wagner as a model. (Schönberg became familiar with Wagner’s work through his teacher Alexander Zemlinksy, who later became his brother-in-law as well). These early Lieder feature passionate gestures and wide dynamic scope; the second one requires a dynamic range from triple piano to fortissimo.

Iris Pfeiffer
© Arnold Schönberg Center


Dank

Karl Freiherr von Levetzow

Großes hast du mir gegeben
in jenen Hochstunden,
die für uns bestehen
im Zeitlosen.
Großes hast du mir gegeben:
ich danke dir!

Schönheit schenkten wir uns
im stets Wachsenden,
was ich mir vorbehielt im Raumlosen.
Schönheit schenkten wir uns:
ich danke dir!

Ungewollt schufst du mir noch
das Gewaltigste,
schufst mir das Niegeahnte:
den schönen Schmerz!
Tief in die Seele bohrtest du
mir ein finsteres Schwertweh.

Dumpf nächtig brennend
und dennoch hell winterlich leuchtend.
Schön! dreifach schön:
denn von dir kam es ja! ...
Ungewollt schufst du mir noch
das Gewaltigste,
schufst mir das Niegeahnte:
ich danke dir!!!


Abschied
Karl Freiherr von Levetzow

Aus den Trümmern einer hohen Schönheit
laß mich bauen einen tiefen Schmerz.
Weinen laß mich aus den tiefsten Schmerzen
eine Träne, wie nur Männer weinen.
Und dann geh!

Und nimm noch ein Gedenken heißer Liebe,
freudig dir geschenkt;
ewig mein bleibt, was du mir gelassen:
meiner Wehmut sternenloses Dunkel.
Und dann geh!
Und laß mich stumm erstarren;
du zieh fürder deine helle Bahn,
Stern der Sterne! frage nicht nach Leichen!

Sieh, mir naht der hehrste Göttertröster,
meine selbstgebor'ne Urgewalt.
Tief in mir die alte Nacht der Nächte
weitet sich zur großen Weltumnachtung; der Alleinheit schwere Trümmerschmerzen wachsen zur Unendlichkeit.

Sieh! ich selber werde Nacht und Schönheit
allumfassend unbegrenztes Weh.
Ziehe weiter, heller Stern der Sterne.
Unerkannt, wie meine große Liebe;
dunkel schweigend, wie die großen Schmerzen
wo du wendest, wo du siegend leuchtest:
stets umwogt dich meine große Nacht!

Discography