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Toter Winkel für Streichsextett (Fragment)

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Recording: OgreOgress Productions

DATE: 1899

FIRST EDITION: Arnold Schönberg: Sämtliche Werke. Abteilung VI: Kammermusik. Reihe B, Band 22: Kammermusik I. Herausgegeben von Dorothee Schubel. Mainz, Wien 1999, S. 109-113.

Das Gedicht "Toter Winkel", welches dem Streichsextett zu Grunde liegt, wurde wahrscheinlich dem Band "Neue Fahrt" von Gustav Falke entnommen, dessen Erscheinungsdatum 1897 als frühestmöglicher Zeitpunkt der Komposition angenommen werden kann. Doch rücken Sujet (Programmusik für Streichsextett) und musikalische Faktur das Fragment in die zeitliche Nähe der wohl in der zweiten Hälfte des Jahres 1899 entstandenen Verklärten Nacht (die Partiturniederschrift wurde am 1. Dezember 1899 abgeschlossen). Vermutlich dürfte Toter Winkel somit als – abgebrochener – Vorläufer der Verklärten Nacht einzuordnen sein.

Toter Winkel
Gustav Falke

Dunkle Wasser, dunkle Hügel,
schwarzer Himmel, tief u. schwer,
Ueber Feld auf müdem Flügel
kommt ein feuchter Hauch daher

Stille Nacht und stiller Hafen,
Segel hängen schlaff u. schwer,
Markt und Strassen schweigen, schlafen,
träge ebbt der Strom ins Meer.