Weihnachtsmusik für 2 Geigen, Violoncello, Klavier und Harmonium (Choralbearbeitung)
AUFFÜHRUNGSDAUER: ca. 6 Min.
ENTSTEHUNGSZEIT: Weihnachtszeit 1921 (Partiturentwurf datiert mit »23/XII 1921«)
ERSTAUFFÜHRUNG: Rufer und Maegaard halten eine private Aufführung in der Weihnachtszeit 1921, in der Familie und/oder mit Freunden, eventuell auch im Rahmen des Vereins für musikalische Privataufführungen für wahrscheinlich oder jedenfalls für möglich
ERSTDRUCK/NOTENMATERIAL: Universal Edition UE 16674 (Stimmen) Belmont Music Publishers (USA, Canada, New York): Bel 1020
Nicht nur aufgrund der Besetzung dürfte dieses weihnachtliche Werk für das private Musizieren in der Familie oder im Freundeskreis entstanden sein. Auch strukturell ist die Komposition mit Anklängen an Bitonalität und Zitaten von Volksliedern eher ungewöhnlich für Schönberg, der sich zu dieser Zeit auf dem Weg zur Zwölftonmethode befand. Sein Werk geht allerdings über die übliche Form der Choralbearbeitung weit hinaus. Das protestantische Gemeindelied »Es ist ein’ Ros’ entsprungen« wird mit der Melodie des aus dem katholischen Raum stammenden volkstümlichen Liedes »Stille Nacht« kombiniert. Durch die zeitliche Distanz sind die Lieder stilistisch sehr weit voneinander entfernt, was Schönberg jedoch durch kontrapunktische Satztechniken und den Aufbau eines Spannungsfeldes zwischen der Haupttonart C-Dur und der Nebentonart F-Dur auszugleichen weiß. Nach ausführlicher Vorstellung und Durchführung des älteren Liedes tritt erst etwa in der Mitte das jüngere hervor. »Stille Nacht« wird Gegenstand polyphoner Verarbeitung, wobei die Melodie im Gegeneinander der Tonarten merkwürdig changiert. Erst zum Schluß wird nach weiteren kontrapunktischen Verarbeitungen wieder ein ungefährdetes C-Dur erreicht.