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Dreimal sieben Gedichte aus Albert Girauds »Pierrot lunaire« op. 21

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[Pierrot lunaire for speaking voice, piano, flute (alternating with piccolo), clarinet (alternating with bass clarinet), violin, (alternating with viola) and 'cello. 21 melodramas after Albert Giraud, translated by O. E. Hartleben] 

1.Mondestrunken
     
2. Columbine
            
3. Der Dandy

4. Eine blasse Wäscherin

5. Valse de Chopin

6. Madonna

7. Der kranke Mond

8. Nacht (Passacaglia)

9. Gebet an Pierrot

10. Raub

11. Rote Messe

12. Galgenlied

13. Enthauptung

14. Die Kreuze

15. Heimweh

16. Gemeinheit

17. Parodie

18. Der Mondfleck

19. Serenade

20. Heimfahrt

21. O alter Duft

DURATION: ca. 34 Min.

TEXT: Otto Erich Hartleben nach Albert Giraud

DATE: Einzelnummern von 12. März bis 9. Juli 1912, zyklische Ordnung und Fertigstellung spätestens 25. Juli 1912

FIRST PERFORMANCE: 9. Oktober 1912, Berlin, Choralion-Saal (Aufführung für geladene Gäste; Albertine Zehme, Rezitation; Eduard Steuermann, Klavier; Jakob Masiniak, Violine und Bratsche; Hans Kindler, Violoncello; H. W. de Vries, Flöte und Pikkolo; Karl Eßberger, Klarinette und Baßklarinette); 16. Oktober 1912, Berlin, Choralion-Saal (Öffentliche Urauffühung; Interpreten wie am 9. Oktober)

FIRST EDITION: Universal Edition, Wien, Partitur: Juli 1914 (UE Nr. 5334 Partitur; 1920, UE Nr. 5335 Stimmen); Klavierauszug (Erwin Stein), Universal Edition, Wien, mit Tempo-Korrekturen Schönbergs: Mai 1923
WIDMUNG: »Der ersten Interpretin Frau Albertine Zehme in herzlicher Freundschaft«

SALES MATERIAL:
Universal Edition UE 5334 (Partitur); UE 5336 (Studienpartitur); UE 7144 (Klavierauszug)
Belmont Music Publishers (USA, Canada, Mexico): BEL 1051; BEL 1051P


Der Diseuse Albertine Zehme ist es zu verdanken, daß 1912 eines der Meisterwerke des 20. Jahrhunderts entstand: die Vertonung der »Dreimal sieben Melodramen des Pierrot lunaire« durch Arnold Schönberg. »Habe Vorwort gelesen, Gedichte angeschaut, bin begeistert. Glänzende Idee, ganz in meinem Sinn. Würde das auch ohne Honorar machen wollen. Deshalb auch anderen Vorschlag gemacht: statt Honorar Aufführungstantiemen. Annehmbarer für mich, weil ich ja doch nicht auf Bestellung arbeiten kann.«, notierte der Komponist drei Tage, nachdem er durch seinen Konzertagenten Emil Gutmann von Albertine Zehmes Plänen gehört hatte, in sein Tagebuch.
Schönberg war von der damals 55jährigen gebürtigen Wienerin, die im Sprechtheater, besonders aber als Rezitatorin von Texten zur Musik, gefeiert wurde, begeistert: »Erinnert mich etwas an die Mildenburg (das Abgewandte) und etwas an die Gutheil (das Herzliche, Schlichte), also an Leute, die ich mag.« Nach einigen Verhandlungen nahm Schönberg den Auftrag der – aufgrund einiger spektakulärer Fälle ihres Gatten, der Rechtsanwalt war – recht wohlhabenden Frau an. Am 12. März 1912 begann Schönberg mit der Komposition des ersten Melodrams, »Gebet an Pierrot« (II. Teil): »Und ich gehe unbedingt, das spüre ich, einem neuen Ausdruck entgegen. Die Klänge werden hier ein geradezu tierisch unmittelbarer Ausdruck sinnlicher und seelischer Bewegungen.«
Inspiriert hat Schönberg unter anderem die Form der Verse des Belgiers Albert Giraud. So wendet der Dichter in seinen 13zeiligen Versen durch die Wiederholung der ersten Zeile in der Mitte und am Ende eine Art musikalische Reprisenform an. Dementsprechend finden sich auch bei Schönbergs Komposition allerlei kontrapunktische Künste: in »Der Mondfleck« (III. Teil) gewinnt er beispielsweise die musikalische Satztechnik aus dem Prinzip der Spiegelung, gerechtfertigt durch die Textstelle »Er besieht sich rings und findet richtig – einen weißen Fleck des hellen Mondes«. Piccolo und Klarinette einerseits und Geige und Violoncello anderer-seits sind aneinander gekoppelt und laufen bis zu den Textworten »richtig« und »einen weißen Fleck« vorwärts, ab dieser Stelle dann krebsartig rückwärts.
Albertine Zehme hatte bei ihrem Auftrag an ein Werk für Sprechstimme mit Klavierbegleitung gedacht. Schönberg jedoch wollte seine kompositorische Fantasie nicht von dieser Gegebenheit beschränken lassen: So fragte er bei jedem hinzukommenden Instrument, ob die Auftraggeberin einverstanden sei, da sich ja so die Aufführungskosten erhöhten. Zehme ließ dem Komponisten freie Hand, so daß am Ende jede der einundzwanzig Miniaturen des »Pierrot lunaire« eine eigene Klangfarbe beanspruchen kann, die durch die Kombination der beteiligten Instrumente Geige, Bratsche, Flöte, Piccolo, Klarinette, Baßklarinette, Klavier und Violoncello erreicht wird. Am 9. Juli 1912 wurde das Werk beendet und die Einstudierung, bei der vor allem der Schönberg-Schüler und Pianist Eduard Steuermann maßgeblich beteiligt war, begann: »Was mich betrifft, so werde ich nie diese Wochen und Monate vergessen, wenn alle paar Tage die Acht-Uhr-Post mir handgeschriebene Blätter eines neuen Stückes von dem Werk brachte. Fieberhaft probierte ich es am Klavier und eilte in das Studio von Frau Zehme mit der ziemlich schwierigen Aufgabe, es mit ihr zu studieren. Sie war eine intelligente und künstlerische Frau, aber von Beruf Schauspielerin und nur so musikalisch wie die gut erzogenen deutschen Damen dieser Zeit. Ich erinnere mich, wie ich sie manch-mal, verzweifelnd, ob ich ihr je den genauen Unterschied zwischen Dreiviertel- und Vierviertelrhythmus beibringen würde, bat, ein paar Takte eines Walzers und dann einer Polka zu tanzen, in immer kürzeren Abständen zwischen beiden wechselnd und schließlich die ersten Takte des ›Dandy‹ versuchend.« (Eduard Steuermann)
25 Proben gingen der Uraufführung voraus, für die der Berliner Choralionsaal angemietet wurde. »Frau Zehme bestand darauf, im Kostüm des Pierrot zu erscheinen und allein auf dem Podium zu stehen. Die Instrumentalisten und der Dirigent, Schönberg, waren hinter einem ziemlich komplizierten Wandschirm – kompliziert, weil es auf einem kleinen Podium nicht ganz einfach war, den Schirm so aufzubauen, daß der Dirigent für die Sprecherin sichtbar war, aber nicht für die Zuhörer.« (Eduard Steuermann) Trotz des unausbleiblichen Schlüsselklapperns war die Aufführung ein voller Erfolg: »Aber am Schluß war nicht die Spur von Widerspruch. Schönberg und die Aufführenden mußten oft und oft kommen, vor allem natürlich Schönberg; man schrie im Saal nach ihm immer wieder. Es war ein unbedingter Erfolg.« (Anton Webern)

Iris Pfeiffer
© Arnold Schönberg Center


I. TEIL

1. Mondestrunken

Den Wein, den man mit Augen trinkt,
Gießt nachts der Mond in Wogen nieder,
Und eine Springflut überschwemmt
Den stillen Horizont.

Gelüste, schauerlich und süß,
Durchschwimmen ohne Zahl die Fluten!
Den Wein, den man mit Augen trinkt,
Gießt nachts der Mond in Wogen nieder.

Der Dichter, den die Andacht treibt,
Berauscht sich an dem heilgen Tranke,
Gen Himmel wendet er verzückt
Das Haupt und taumelnd saugt und schlürft er
Den Wein, den man mit Augen trinkt.


2. Colombine

Des Mondlichts bleiche Blüten,
Die weißen Wunderrosen,
Blühn in den Julinächten –
O, bräch ich eine nur!

Mein banges Leid zu lindern,
Such ich am dunklen Strome
Des Mondlichts bleiche Blüten,
Die weißen Wunderrosen.

Gestillt wär all mein Sehnen,
Dürft ich so märchenheimlich,
So selig leis – entblättern
Auf deine braunen Haare
Des Mondlichts bleiche Blüten!


3. Der Dandy

Mit einem phantastischen Lichtstrahl
Erleuchtet der Mond die krystallnen Flakons
Auf dem schwarzen, hochheiligen Waschtisch
Des schweigenden Dandys von Bergamo.

In tönender, bronzener Schale
Lacht hell die Fontäne, metallischen Klangs.
Mit einem phantastischen Lichtstrahl
Erleuchtet der Mond die krystallnen Flakons.

Pierrot mit wächsernem Antlitz
Steht sinnend und denkt: wie er heute sich schminkt?
Fort schiebt er das Rot und des Orients Grün
Und bemalt sein Gesicht in erhabenem Stil
Mit einem phantastischen Mondstrahl.


4. Eine blasse Wäscherin

Eine blasse Wäscherin
Wäscht zur Nachtzeit bleiche Tücher;
Nackte, silberweiße Arme
Streckt sie nieder in die Flut.

Durch die Lichtung schleichen Winde,
Leis bewegen sie den Strom.
Eine blasse Wäscherin
Wäscht zur Nachtzeit bleiche Tücher.

Und die sanfte Magd des Himmels,
Von den Zweigen zart umschmeichelt,
Breitet auf die dunklen Wiesen
Ihre lichtgewobenen Linnen –
Eine blasse Wäscherin.


5. Valse de Chopin

Wie ein blasser Tropfen Bluts
Färbt die Lippen einer Kranken,
Also ruht auf diesen Tönen
Ein vernichtungsücht‘ger Reiz.

Wilder Lust Akkorde stören
Der Verzweiflung eisgen Traum
Wie ein blasser Tropfen Bluts
Färbt die Lippen einer Kranken.

Heiß und jauchzend, süß und schmachtend,
Melancholisch düstrer Walzer,
Kommst mir nimmer aus den Sinnen,
Haftest mir an den Gedanken
Wie ein blasser Tropfen Bluts!


6. Madonna

Steig, o Mutter aller Schmerzen,
Auf den Altar meiner Verse!
Blut aus deinen magern Brüsten
Hat des Schwertes Wut vergossen.

Deine ewig frischen Wunden
Gleichen Augen, rot und offen.
Steig, o Mutter aller Schmerzen,
Auf den Altar meiner Verse!

In den abgezehrten Händen
Hältst du deines Sohnes Leiche,
Ihn zu zeigen aller Menschheit –
Doch der Blick der Menschen meidet
Dich, o Mutter aller Schmerzen!


7. Der kranke Mond

Du nächtig todeskranker Mond
Dort auf des Himmels schwarzem Pfühl,
Dein Blick, so fiebernd übergroß,
Bannt mich, wie fremde Melodie.

An unstillbarem Liebesleid
Stirbst du, an Sehnsucht, tief erstickt,
Du nächtig todeskranker Mond,
Dort auf des Himmels schwarzem Pfühl.

Den Liebsten, der im Sinnenrausch
Gedankenlos zur Liebsten geht,
Belustigt deiner Strahlen Spiel, –
Dein bleiches, qualgebornes Blut,
Du nächtig todeskranker Mond!


II. TEIL

8. Nacht

Finstre, schwarze Riesenfalter
Töteten der Sonne Glanz.
Ein geschloßnes Zauberbuch,
Ruht der Horizont – verschwiegen.

Aus dem Qualm verlorner Tiefen
Steigt ein Duft, Erinnrung mordend!
Finstre, schwarze Riesenfalter
Töteten der Sonne Glanz.

Und vom Himmel erdenwärts
Senken sich mit schweren Schwingen
Unsichtbar die Ungetüme
Auf die Menschenherzen nieder...
Finstre, schwarze Riesenfalter.


9. Gebet an Pierrot

Pierrot! mein Lachen
Hab ich verlernt!
Das Bild des Glanzes Zerfloß – ,
Zerfloß!

Schwarz weht die Flagge
Mir nun vom Mast.
Pierrot! mein Lachen
Hab ich verlernt!

O gib mir wieder,
Roßarzt der Seele,
Schneemann der Lyrik,
Durchlaucht vom Monde,
Pierrot – mein Lachen!


10. Raub

Rote, fürstliche Rubine,
Blutge Tropfen alten Ruhmes
Schlummern in den Totenschreinen,
Drunten in den Grabgewölben.

Nachts, mit seinen Zechkumpanen,
Steigt Pierrot hinab, zu rauben
Rote, fürstliche Rubine,
Blutge Tropfen alten Ruhmes.

Doch da sträuben sich die Haare,
Bleiche Furcht bannt sie am Platze:
Durch die Finsternis, wie Augen! –
Stieren aus den Totenschreinen
Rote, fürstliche Rubine.


11. Rote Messe

Zu grausem Abendmahle
Beim Blendeglanz des Goldes,
Beim Flackerschein der Kerzen,
Naht dem Altar – Pierrot!

Die Hand, die gottgeweihte,
Zerreißt die Priesterkleider
Zu grausem Abendmahle
Beim Blendeglanz des Goldes.

Mit segnender Gebärde
Zeigt er den bangen Seelen
Die triefend rote Hostie:
Sein Herz in blutgen Fingern
Zu grausem Abendmahle


12. Galgenlied

Die dürre Dirne
Mit langem Halse
Wird seine letzte
Geliebte sein.

In seinem Hirne
Steckt wie ein Nagel
Die dürre Dirne
Mit langem Halse.

Schlank wie die Pinie,
Am Hals ein Zöpfchen,
Wollüstig wird sie
Den Schelm umhalsen
Die dürre Dirne!


13. Enthauptung

Der Mond, ein blankes Türkenschwert
Auf einem schwarzen Seidenkissen,
Gespenstisch groß – dräut er hinab
Durch schmerzensdunkle Nacht.

Pierrot irrt ohne Rast umher
Und starrt empor in Todesängsten
Zum Mond, dem blanken Türkenschwert
Auf einem schwarzen Seidenkissen.

Es schlottern unter ihm die Knie,
Ohnmächtig bricht er jäh zusammen.
Er wähnt: es sause strafend schon
Auf seinen Sündenhals hernieder
Der Mond, das blanke Türkenschwert.


14. Die Kreuze

Heilge Kreuze sind die Verse,
Dran die Dichter stumm verbluten,
Blindgeschlagen von der Geier
Flatterndem Gespensterschwarme.

In den Leibern schwelgten Schwerter,
Prunkend in des Blutes Scharlach!
Heilge Kreuze sind die Verse,
Dran die Dichter stumm verbluten.

Tot das Haupt, erstarrt die Locken –
Fern verweht der Lärm des Pöbels.
Langsam sinkt die Sonne nieder,
eine rote Königskrone.
Heilge Kreuze sind die Verse.


III. TEIL

15. Heimweh

Lieblich klagend – ein krystallnes Seufzen
Aus Italiens alter Pantomime,
Klingt‘s herüber: wie Pierrot so hölzern,
So modern sentimental geworden.

Und es tönt durch seines Herzens Wüste,
Tönt gedämpft durch alle Sinne wieder,
Lieblich klagend – ein krystallnes Seufzen
Aus Italiens alter Pantomime.

Da vergißt Pierrot die Trauermienen!
Durch den bleichen Feuerschein des Mondes,
Durch des Lichtmeers Fluten schweift die Sehnsucht
Kühn hinauf, empor zum Heimathimmel,
Lieblich klagend ein krystallnes Seufzen.


16. Gemeinheit

In den blanken Kopf Cassanders,
Dessen Schrein die Luft durchzetert,
Bohrt Pierrot mit Heuchlermienen
Zärtlich – einen Schädelbohrer.

Darauf stopft er mit dem Daumen
Seinen echten türkschen Tabak
In den blanken Kopf Cassanders,
Dessen Schrein die Luft durchzetert.

Dann dreht er ein Rohr von Weichsel
Hinten in die glatte Glatze
Und behaglich schmaucht und pafft er
Seinen echten türkschen Tabak
Aus dem blanken Kopf Cassanders!


17. Parodie

Stricknadeln, blank und blinkend,
In ihrem grauen Haar,
Sitzt die Duenna murmelnd,
Im roten Röckchen da.

Sie wartet in der Laube,
Sie liebt Pierrot mit Schmerzen,
Stricknadeln, blank und blinkend,
In ihrem grauen Haar.

Da plötzlich – horch – ein Wispern!
Ein Windhauch kichert leise:
Der Mond, der böse Spötter,
Äfft nach mit seinen Strahlen
Stricknadeln, blink und blank.


18. Der Mondfleck

Einen weißen Fleck des hellen Mondes
Auf dem Rücken seines schwarzen Rockes,
So spaziert Pierrot im lauen Abend,
Aufzusuchen Glück und Abenteuer.

Plötzlich stört ihn was an seinem Anzug,
Er besieht sich rings und findet richtig –
Einen weißen Fleck des hellen Mondes
Auf dem Rücken seines schwarzen Rockes.

Warte! denkt er: das ist so ein Gipsfleck!
Wischt und wischt, doch bringt ihn nicht herunter!
Und so geht er giftgeschwollen weiter,
Reibt und reibt bis an den frühen Morgen
Einen weißen Fleck des hellen Mondes.


19. Serenade

Mit groteskem Riesenbogen
Kratzt Pierrot auf seiner Bratsche.
Wie der Storch auf einem Beine
Knipst er trüb ein Pizzicato.

Plötzlich naht Cassander, wütend
Ob des nächtigen Virtuosen.
Mit groteskem Riesenbogen
Kratzt Pierrot auf seiner Bratsche.

Von sich wirft er jetzt die Bratsche:
Mit der delikaten Linken
Fasst er den Kahlkopf am Kragen –
Träumend spielt er auf der Glatze
Mit groteskem Riesenbogen.


20. Heimfahrt

Der Mondstrahl ist das Ruder,
Seerose dient als Boot,
Drauf fährt Pierrot gen Süden
Mit gutem Reisewind.

Der Strom summt tiefe Skalen
Und wiegt den leichten Kahn.
Der Mondstrahl ist das Ruder,
Seerose dient als Boot.

Nach Bergamo, zur Heimat,
Kehrt nun Pierrot zurück;
Schwach dämmert schon im Osten
Der grüne Horizont.
Der Mondstrahl ist das Ruder.


21. O alter Duft

O alter Duft aus Märchenzeit,
Berauschest wieder meine Sinne!
Ein närrisch Heer von Schelmerein
Durchschwirrt die leichte Luft.

Ein glückhaft Wünschen macht mich froh
Nach Freuden, die ich lang verachtet.
O alter Duft aus Märchenzeit,
Berauschest wieder mich.

All meinen Unmut geb ich preis;
Aus meinem sonnumrahmten Fenster
Beschau ich frei die liebe Welt
Und träum hinaus in selge Weiten...
O alter Duft aus Märchenzeit!

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