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1874 - 1900
1901 - 1917
1918 - 1932
1933 - 1951
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1918
Hält an der Schwarzwald-Schule ein »Seminar für Komposition«.
Übersiedlung nach Mödling, Bernhardgasse 6, im Frühjahr.
Gründet den »Verein für musikalische Privataufführungen«.
Skizzen zu einer Komposition für Streichseptett und zu einem Klavierstück.

1919
Hanns Eisler, Rudolf Kolisch und Karl Rankl werden seine Schüler.
Verfaßt Beiträge für die von Adolf Loos herausgegebene Publikation »Richtlinien für ein Kunstamt« sowie für ein Willem-Mengelberg-Gedenkbuch.

1920  
Besuch des ersten Mahler-Festivals in Holland; dirigiert in Amsterdam und wird zum Präsidenten des Internationalen Mahler-Bundes ernannt. Hält Kompositionskurse.
Beginnt im März mit einer Passacaglia für Orchester (Fragment) und bearbeitet für den »Verein für musikalische Privataufführungen« die Fünf Orchesterstücke op. 16 für Kammerorchester.
Komponiert im Juli die ersten beiden Klavierstücke aus op. 23, skizziert Nr. 4.
Kompositionsbeginn der Serenade op. 24 im August.

1921
Dirgiert die »Gurrelieder« in Amsterdam. Reist im Juni zusammen mit seiner Familie und einigen seiner Schüler in die Sommerfrische nach Mattsee und wird von der dortigen Gemeindeverwaltung als Jude aufgefordert den Ort zu verlassen. Fährt weiter nach Traunkirchen. Tod der Mutter Pauline Schönberg am 12. Oktober.
Bearbeitet für den Verein »Rosen aus dem Süden« und »Lagunen-Walzer« von Johann Strauß. Arbeitet im Juli in Traunkirchen an Präludium und Intermezzo der Suite für Klavier op. 25 (abgeschlossen 1923).
Vollendet am 6. Oktober den Marsch aus der Serenade op. 24. Bearbeitungen von Werken Schuberts, Denzas und Siolys. Konzipiert mit Rudolf Kolisch die Bearbeitung von Regers Romantischer Suite op. 125 für Kammerensemble. Bearbeitungen von Mahlers »Lied von der Erde« und »Lieder eines fahrenden Gesellen« für den Verein bleiben unvollendet. Arrangiert eine »Weihnachtsmusik« für Kammerensemble.

1922
Dirigiert »Pierrot lunaire« in Prag. Mödling-Besuch von Darius Milhaud und Francis Poulenc.
Entwirft im Februar den Anfang eines Violinkonzerts. Skizzen zu zwei Stücken für Kammerensemble (März und Mai) bleiben ebenso fragmentarisch. Orchesterbearbeitungen von Bachs Choralvorspielen »Komm, Gott, Schöpfer, heiliger Geist« (Ende April in Mödling) und »Schmücke Dich, o liebe Seele« (24. Juni in Traunkirchen). Unterbricht die Arbeit an der »Jakobsleiter«, das Werk bleibt unvollendet (Uraufführung am 16. Juni 1961 im Großen Konzerthaussaal). Beginnt im November mit »Gerpa«, Thema und Variationen für Horn, Klavier, zwei Violinen und Harmonium (bricht nach der vierten Variation ab).»Lied der Waldtaube« aus den »Gurre-Liedern«, Bearbeitung für Kammerorchester und Gesang (Abschluß der Niederschrift am 14. Dezember in Mödling).

1923
Durch das »Mattsee-Ereignis« auf antisemitische Handlungen und Äußerungen sensibilisiert bricht Schönberg seine freundschaftliche Verbindung zu Wassily Kandinsky, der seit 1922 an das Weimarer Bauhaus berufen ist, ab und weist das Angebot zur Leitung der dortigen Musikschule mit dem Hinweis zurück, von antisemitischen Tendenzen am Bauhaus unterrichtet worden zu sein. Verbringt den Sommer in Traunkirchen.
Schönbergs Frau Mathilde stirbt am 18. Oktober.
Uraufführung von »Lied der Waldtaube« unter Schönbergs Leitung (Solistin: Marya Freund) in Kopenhagen am 30. Januar.
Stellt eine »Methode der Komposition mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen« vor, welche den traditionellen Harmoniebegriff durch Neuordnung des musikalischen Materials revolutioniert, und legt damit »den Grund zu einem neuen musikalischen Konstruktionsverfahren, das geeignet schien, jene strukturellen Differenzierungen zu ersetzen, für die früher die tonalen Harmonien gesorgt haben.« (»Komposition mit zwölf Tönen« 1941)
Vollendet in Mödling die im Jahr 1920 begonnenen Fünf Klavierstücke op. 23 (Februar) sowie die Suite für Klavier op. 25 (Februar-März) und die Serenade op. 24 (April-Mai), welche die neue Kompositionsmethode erstmals musikalisch konkretisieren.
Setzt nach dem Tod seiner Frau Mathilde (18. Oktober) die Arbeit an einem 1920 begonnenen »Requiem«-Text fort, welcher jedoch unvertont bleibt.

1924
Am 28. August Heirat mit Gertrud Kolisch, Schwester seines Schülers Rudolf Kolisch, in der Evangelischen Pfarrkirche zu Mödling. Sonderkonzerte anläßlich seines 50. Geburtstages.
Entwirft am 5. Juli eine mit »Magisches Quadrat« betitelte Zwölftonreihe und setzt die zwischen April und Juli des Vorjahres begonnene Arbeit am Bläserquintett op. 26 fort, welche durch Krankheit und Tod seiner Frau Mathilde unterbrochen wurde. Vollendet den vierten Satz aus op. 26 am 26. August (Widmung an seinen Enkelsohn »Bubi« Arnold, geb. 1923 in Schönbergs Mödlinger Wohnung).
Dirigiert am 20. Juli die öffentliche Erstaufführung der Serenade op. 24 in Donaueschingen.
Uraufführung der Oper »Die glückliche Hand« op. 18 unter der Leitung von Fritz Stiedry am 14. Oktober an der Volksoper in Wien. Beginnt Ende Oktober mit der Suite op. 29.

1925  
Wird im August in der Nachfolge des im Vorjahr verstorbenen Ferruccio Busoni als Leiter der Meisterklasse für Komposition an die Berliner Akademie der Künste berufen. Antisemitische Proteste in der »Zeitschrift für Musik« als Reaktion auf Schönbergs Professur, welche er am 1. Oktober antritt.
Bearbeitung des »Kaiserwalzers« von Johann Strauß für die Tournee des Pierrot-Ensembles nach Spanien (datiert mit 1. April).
Arbeitet zwischen Juni und August an der Suite op. 29.
Komponiert zwischen 30. September und 10. November Vier Stücke für gemischten Chor op. 27 (zwei der Texte verfaßt Schönberg selbst, die beiden anderen sind Hans Bethges Nachdichtungen aus dem Chinesischen entnommen). Nach Abschluß des vierten Chorstücks aus op. 27 beginnt er am 12. November mit der Komposition einer zweiten Serie, den Drei Satiren für gemischten Chor op. 28, welche bis Silvester (noch vor Schönbergs Umzug nach Berlin) abgeschlossen werden.

1926
Ankunft in Berlin zu Jahresbeginn mit seinen Schülern Roberto Gerhard, Winfried Zillig und Josef Rufer. Zu Schönbergs Wirkungsbereich an der Akademie der Künste gehört neben dem vertraglich auf jeweils sechs Monate im Jahr festgelegten Kompositionsunterricht auch die Mitgliedschaft im Senat der Akademie. Wohnt mit seiner Frau Gertrud bis Juni des folgenden Jahres in der Pension Bavaria am Steinplatz in Charlottenburg. Zwischen Juli und November sporadische Wien-Aufenthalte. Nimmt den Unterricht in Berlin aus gesundheitlichen Gründen erst im November wieder auf.
Verfaßt am 26. März in Berlin den Text zum erst 1934 komponierten Kanon »Wer mit der Welt laufen will«. Vollendet am 1. Mai die in Mödling begonnene Suite op. 29 und widmet sich den Variationen für Orchester op. 31, in welchen er erstmals die Technik der Zwölftonkomposition auf einen großen Orchesterapparat anwendet.

1927  
Wird als Dirigent eigener Werke zur Berliner Funkstunde eingeladen. Konzept zu einer internationalen Schule für Stilbildung. Verbringt den Sommer in Pörtschach am Wörthersee, wo er nach vielen Jahren die Freundschaft mit Wassily Kandinsky und dessen Frau Nina erneuert. Im September und Oktober Reisen nach Wien. Zu den neuen Schülern zählen Nikos Skalkottas, Alfred Keller und Peter Schacht. Sonderkonzerte zu Ehren Schönbergs in Paris.
Komponiert zwischen 24. Januar und 8. März im Auftrag der amerikanischen Mäzenin Elizabeth Sprague Coolidge das III. Streichquartett op. 30. Entwirft am 3. März ein dodekaphonisches Lied für Bariton nach einem Gedicht von Oskar Loerke (Fragment).
Schließt am 12. Juli das im Juni des Vorjahres begonnene zionistische Sprechdrama »Der biblische Weg« ab und legt erstmals eine umfassende Auseinandersetzung mit jüdischer Politik, jüdischem Glauben und der nationalen Identität des Judentums dar, welche einen unmittelbaren Ausdruck des selbsterlebten Antisemitismus darstellt. Eine für das Drama konzipierte Prozessionsmusik in F-Dur bleibt unvollendet.
Schönberg skizziert am 14. September den Beginn eines Streichquartetts, am 14. November die Reihentabelle zu einem Violinkonzert.
Uraufführung des III. Streichquartetts op. 30 durch das Wiener Streichquartett (Kolisch-Quartett) am 19. September im Beisein der Widmungsträgerin in Wien.

1928
Reise nach Cannes zu Jahresbeginn. Dirigiert Ende Januar die »Gurre-Lieder« in London. Konzertiert in der Schweiz. Schönberg und seine Frau beziehen im März eine Wohnung in der Nussbaum-Allee, Berlin-Charlottenburg und verbringen Juli bis Dezember in Roquebrune-Cap Martin an der französischen Riviera.
Beginnt am 2. Januar mit einer Violinsonate, welche durch die Konzertreise nach London unterbrochen und nach der Rückkehr nach Berlin wieder aufgenommen wird (bleibt jedoch Fragment).
Vollendet am 7. März einen Kanon zu Ehren des Concertgebouw Orkest Amsterdam, am 8. April einen dreistimmigen Kanon in drei Tonarten zum 25jährigen Jubiläum der Genossenschaft deutscher Tonsetzer.
Schließt am 21. August in Roquebrune-Cap Martin an der französischen Riviera die Komposition der Variationen für Orchester op. 31 ab und arbeitet bis 20. September an der Partiturreinschrift.
Beendet am 11. Oktober die im Mai begonnene Bearbeitung von Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge Es-Dur für Orchester.
Befaßt sich im Libretto zur Oper »Moses und Aron« erneut mit Fragen des Judentums und der Bedeutung der Religion für den jüdischen Nationalgedanken. Der Text ensteht zwischen 3. und 16. Oktober (zu diesem Zeitpunkt spricht Schönberg noch von einem Oratorium), »Vorstudien und Entwürfe« datieren mit Ende September, ein älterer Entwurf geht bereits auf Juli 1926 zurück. Der Stoff ist den biblischen Vorbildern im Alten Testament entlehnt, von Schönberg bewußt umgestaltet und durch nichtbiblische Elemente ergänzt.
Uraufführung der Variationen für Orchester op. 31 durch Wilhelm Furtwängler und das Berliner Philharmonische Orchester am 2. Dezember in Berlin.

1929
Verbringt Januar bis Februar in Monte Carlo, August bis September in Katwijk aan Zee, Holland.
Zwischen Januar und März entstehen im Auftrag der »Deutschen Staatlichen Kommission für das Volksliederbuch« für eine 1930 im Verlag Peters erscheinende Anthologie Drei Volkslieder für gemischten Chor (begonnen im Dezember des Vorjahres) sowie Vier deutsche Volkslieder für eine Singstimme und Klavier.
Schönberg übersendet das mit 15. März datierte Chorwerk »Glück« op. 35 Nr. 4 an den Deutschen Arbeiter-Sängerbund, welcher im September des Vorjahres den Auftrag zu einer Komposition für Männerchor gegeben hatte. Die Uraufführung findet am 2. November in der Berliner Rundfunk-Sendung »Moderne Arbeiterdichter und Arbeitermusik« mit dem Erwin Lendvai-Quartett statt.
Schließt im April das Klavierstück op. 33a ab. Beendet am 3. August die Partitur der einaktigen Oper »Von heute auf morgen« op. 32, das erste auf der Grundlage zwölftöniger Reihen komponierte Bühnenwerk. Das Libretto von Max Blonda (Pseudonym für Schönbergs zweite Frau Gertrud) »als Satire auf das Eheleben eines sehr nahen Verwandten« entstand wahrscheinlich im Herbst 1928 an der Riviera, die Niederschrift des Particells – die eigentliche Komposition – zwischen Oktober 1928 und 1. Januar 1929.

1930
April bis Mai: Kuraufenthalt in Baden-Baden. Juli bis September: Lugano. Bezieht ein neues Quartier am Nürnberger Platz. Hält im Oktober in Prag den Vortrag »Neue Musik, veraltete Musik, Stil und Gedanke«.
Uraufführung der Oper »Von heute auf morgen« op. 32 unter Wilhelm Steinberg am 1. Februar in Frankfurt am Main.
Komponiert zwischen 19. Februar und 9. März vier der Sechs Stücke für Männerchor op. 35 (sämtlich nach eigenen Texten) und bietet sie zusammen mit den Vorjahreswerken »Glück« und »Verbundenheit« dem Berliner Verlag Bote & Bock an.
Beginnt am 7. Mai in Berlin mit den musikalischen Skizzen zu »Moses und Aron«, Fortsetzung zwischen Juli und September in Lugano. Nimmt die im Herbst des Vorjahres begonnene Arbeit an der »Begleitungsmusik zu einer Lichtspielszene« op. 34 wieder auf, welche vom Heinrichshofen’s Verlag Magdeburg, der Lichtspielhäuser mit Stimmungsmusiken für Stummfilme versorgt, in Auftrag gegeben wurde. Schönberg löst sich jedoch von einer konkreten Drehbuchsituation durch Reduktion auf einen psychologischen Erlebnisablauf: Drohende Gefahr – Angst – Katastrophe. Uraufführung unter der Leitung von Otto Klemperer am 6. November an der Berliner Kroll-Oper.

1931
Dirigat in London. Vortrag im Berliner Rundfunk im März. Mai bis September: Montreux-Territet. Hält sich aus gesundheitlichen Gründen ab Oktober in Barcelona auf.
Setzt im Januar die Arbeit an »Moses und Aron« zunächst in Berlin, zwischen Mai und September in Montreux-Territet (Ende des ersten Aktes und Zwischenspiel, Anfang des zweiten Aktes) und ab Anfang Oktober in Barcelona fort. 
Komponiert zwischen 8. und 10. Oktober das Klavierstück op. 33b.
Uraufführung der Sechs Stücke für Männerchor op. 35 am 24. Oktober in Hanau mit dem »13er Quartett der AGV Vorwärts«. 

1932
Schiebt die Rückkehr nach Berlin vor allem aus politischen Gründen auf. Antisemitische Widerstände der Preußischen Akademie werden unter dem Vorwand formeller Probleme an ihn herangetragen. Als Schönberg im Juni gezwungenermaßen in das unsichere Berlin zurückkehren muß, wird ihm die Situation der Juden in Deutschland drastisch klar. Durchbruch zum politisch-jüdischen Engagement.
Geburt der Tochter Dorothea Nuria am 7. Mai in Barcelona.
Uraufführung der Vier Lieder für Gesang und Orchester op. 22 unter der Leitung von Hans Rosbaud (Solistin: Hertha Reinecke) am 21. Februar in Frankfurt am Main.
Beendet im März in Barcelona den zweiten Akt zu »Moses und Aron«. Die mit umfangreichen Regieanweisungen und Aktionsbeschreibungen als monumentales Gesamtkunstwerk konzipierte Oper bleibt unvollendet, der dritte Akt beschränkt sich auf Libretto und wenige musikalische Skizzen.