×

Notice

By using this website, you agree that cookies are placed on your device. ATTENTION: If you click on "decline", the online shop will not be working and some areas of the site may not be displayed properly!

View infos on Cookies and Privacy Policy

You have declined cookies. This decision can be reversed.

James Levine: Gurre-Lieder (2x CD) OC 501

23,00 €
(inkl. Mwst./ incl. tax)

Published by: OehmsOehms

Gurre-Lieder

InterpretInnen / artists
Ben Heppner , Deborah Voigt, Ernst Haeflinger, Münchner Philharmoniker, James Levine, Waltraud Meier, Philharmonischer Chor München, Herrenchor der Bamberger Symphoniker, Matthew Polenzani, Eike Wilm Schulte

Pressestimmen / press reviews
Als mit James Levine ein international anerkannter Stardirigent als Nachfolger des verstorbenen Sergiu Celibidache zum Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker gewählt wurde, schien für die Wahl des Amerikaners auch seine Präsenz auf dem internationalen CD-Markt zu stehen. Nach der Zeit mit dem aller Schallaufzeichnung abholden Celibidache sollte sich das Orchester nun auch wieder bei einer größeren Schallplattenfirma etablieren, so wurde zumindest häufig argumentiert. Nicht nur die Krise des Klassik-Markts ließ dies indes zum Wunschdenken werden. So hat der Orchestervorstand Stephan Haack in einem Interview mit der Welt am Sonntag zugegeben, dass durch Levine mehr Medienpräsenz erwartet worden sei. Es mag Ironie des Schicksals sein, dass – ähnlich wie bei Celibidache – Einspielungen der Münchner mit Levine erst nach dem Ende der Verbindung des musikalischen Leiters der New Yorker Metropolitan Opera erscheinen.
Der klingende Nachlass Levines von fünf Jahren in München wird nun bei der kleinen Firma Oehms Classics vorgestellt. So gegensätzlich die Jahre Levines mit den Münchner beurteilt werden können, schon die ersten drei Veröffentlichungen der Documents of the Munich Years zeigen, dass er seinen Philharmonikern Repertoirebereiche eröffnet hat, die unter Celibidache nahezu tabu waren: Mahler, Schönberg, aber auch die amerikanische Musik des 20. Jahrhunderts rückten mehr ins Zentrum. Die Livemitschnitte aus der akustisch problematischen Philharmonie im Gasteig München – Leonard Bernstein empfahl ja bekanntlich nach der Eröffnung des Konzertsaals, ihn gleich wieder niederzubrennen – sind klanglich insgesamt überzeugend. Nur bei Schönbergs monumentalen Gurre-Liedern werden die Grenzen der Aufnahmetechnik hörbar.
Levines Hang zu breiten Tempi bestimmt Mahlers Neunte ebenso wie die Gurre-Lieder. Trotz dieser Breite ist die klanglich ausgefeilte Neunte ein Höhepunkt dieser beginnenden Levine-Edition aus München. Diese „Abschieds“-Sinfonie erklingt bei dem amerikanischen Maestro ohne Larmoyanz, dafür mit vielen klangfarblichen Zwischenwerten. Und die Streicher der Münchner können sich hierbei mit einem breiten Ausdrucksspektrum profilieren. Ironie und Sarkasmus, wie in der Rondo-Burleske gefordert, sind Levines Sache sicher weniger. Dennoch eine dank Dirigent und Orchester beeindruckende Sicht auf Mahlers letzte vollendete Sinfonie.
Trotz des homogenen Orchesterspiels und der tadellosen Leistung des Philharmonischen Chors München und des Herrenchors der Bamberger Symphoniker lässt sich dies bei Schönbergs Gurre-Liedern nicht sagen (Levine hat, auch neu für die Philharmonikern, Schönberg einen Zyklus gewidmet). Einerseits kommt hier die Aufnahmetechnik an ihre Grenzen, andererseits sind Levines Tempi teilweise so ausladend gewählt, dass mancher dramatische Aspekt der Musik verschenkt wird.
Von größerem Interesse ist hingegen die Sängerbesetzung: allen voran der Tenor Ben Heppner (Waldemar), der sich beim Mitschnitt 2001 in sehr guter stimmlicher Verfassung befand, lyrisch geschmeidig wie dramatisch intensiv. Für Stimmenfans sicher ebenso interessant Deborah Voigt als Tove oder Waltraud Meier als Waldtaube, bemerkenswert auch die Verpflichtung von Ernst Haefliger als Sprecher.
Der dritte der bislang vorliegenden Mitschnitte ist der vom Repertoire her beachtenswerteste. Elliot Carters Variationen für Orchester, Charles Wuorinens Grand Bamboula für Streichorchester, Roger Sessions’ Klavierkonzert (mit Robert Taub) und die Symphony von Robert Di Domenica sind hier versammelt. Levine versteht es, seine Münchner auch in ungewohntem Repertoire zu einem ausdrucksstarken Spiel zu animieren. Ob bei Carters Variationen, die traditionelle Formvorgaben so eigen lösen, dass die Vorbilder in den Hintergrund treten, der rhythmischen Vitalität und komplexen Strukturen von Grand Bamboula, der gemäßigten Virtuosität des Klavierkonzerts oder dem intellektuellen Eklektizismus der eigenartigen Symphony von Robert Di Domenica: Levine ist hier weitaus mehr als ein „Amerikaner in München“, der Exotisches präsentiert. (Walter Schneckenburger, das Orchester 02/2005)