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Sonderausstellung bis Oktober 2011

Im Explosionsstadium seelischer Hochspannung
Richard Strauss – Arnold Schönberg
Elektra – Erwartung

Presseinfo (Pdf)

So unterschiedlich die Biographien, die künstlerischen und weltanschaulichen Positionen von Richard Strauss und Arnold Schönberg auch konfiguriert sind, so greifen beide Komponisten Epochenthemen auf, die auf beider Künste um 1900 gleichermaßen nachwirken. Einen Kulminationspunkt deutet hierin die thematische Engführung der beiden Einakter Elektra (1906–1908) und Erwartung (1909) an.

Die Sonderausstellung am Arnold Schönberg Center widmet sich der vielschichtigen Beziehung der beiden Künstler­persönlich­keiten und unternimmt den Versuch,  Affinitäten zum symphonischen und musikdramatischen Werk von Richard Strauss im Schaffen Arnold Schönbergs aufzuspüren.

Die in zeitlicher Nähe zueinander vollendeten Bühnenwerke Elektra und Erwartung, deren literarische Stoffe in musikalisch-psychologische Zusammenhänge höchster Intensität eingebettet sind, gelten längst als Ikonen der Moderne. Den beiden Schlüsselwerken des 20. Jahrhunderts ist die Übertragung eines »Urbilds« von »Sinnes- oder Gefühlsausdrücken« (Strauss) ebenso gemein wie die von Schönberg apostrophierte Wahrhaftigkeit im Ausdruck von »Affektionen, die uns ungewollt unser Unbewusstes gibt«.

Die Schau von Originalmanuskripten und Dokumenten, einige davon erstmals öffentlich ausgestellt,  erlaubt Einblicke in die Schaffensweise der Komponisten und deutet an, wie Krisensymptome und Brüche der Moderne zum Tönen gebracht werden – in musikalischen Explosionen seelischer Hochspannung.

Die Sonderausstellung »Richard Strauss – Arnold Schönberg« findet gleichzeitig mit der Dauerausstellung Arnold Schönberg – Wer ich bin statt.

Bilder: Arnold Schönberg, Wien, ca. 1907; Richard Strauss, München, 1903 © Arnold Schönberg Center, Wien)