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Sonderausstellung
14. September 2007 – 1. Februar 2008

       

»Einer hat es sein müssen, keiner hat es sein wollen, also habe ich mich dazu hergegeben.« (Arnold Schönberg)

Wann wurde Schönberg (1874–1951) zu Schönberg, der Romantiker zum Neutöner, der musikalische Autodidakt zum Enfant terrible der Wiener Musikszene? Bis zu seinem siebzehnten Lebensjahr beschränkten sich erste kompositorische Versuche nach eigenen Angaben auf »Imitationen solcher Musik, die mir zugänglich war. Die einzigen Quellen, aus denen ich schöpfen konnte, waren Violinduette und Arrangements von Opernpotpourris für zwei Violinen, wozu noch die Musik gerechnet werden darf, die ich durch Militärkapellen kennen lernte, die in öffentlichen Gärten Konzerte gaben.« (Arnold Schönberg: Rückblick, 1949)

Die einzig nachweisbare Unterweisung in Komposition erhielt Schönberg durch seinen späteren Schwager Alexander Zemlinsky, den er im Herbst 1895 kennen lernte. Dieser leitete den Wiener »Musikalischen Verein Polyhymnia«, ein Amateurstreichorchester, in dem sein Protegé Violoncello spielte.

Der kompositorische Selbsterzieher Schönberg war in seiner Jugend Brahmsianer, ehe er Richard Wagner gleichermaßen zu verehren begann: »Deshalb zeigen auch Kompositionen aus dieser Zeit, wie zum Beispiel ›Verklärte Nacht‹, einerseits wagnerische Technik [...] andererseits Gebilde, die nach dem Muster von Brahms’ ›Technik der entwickelnden Variation‹ – wie ich es genannt habe – geformt waren.«

Bis zur symphonischen Dichtung »Pelleas und Melisande« (vollendet 1902) war Schönberg unüberhörbar ein Romantiker, dessen zunehmend komplexe Partituren noch ganz im Gewand einer sinnlichen Klangwelt tonalen Zuschnitts ertönten. Mit »Verklärte Nacht« und den »Gurre-Liedern« schuf er zeitlose Dokumente spätromantischer Kompositionsweise an der Schwelle zu »anderen Planeten«.

Die Sonderausstellung thematisiert Kindheit und Jugend in der Wiener Leopoldstadt, Schönbergs Schulzeit, frühe Künstlerfreundschaften und den stilistischen Werdegang bis zum Aufbruch in neue künstlerische Welten. Besonderes Gewicht liegt auf den erstmals am Center gezeigten frühesten Musikautographen Schönbergs, weiters privaten Memorabilia und den anekdotenreichen Erzählungen bedeutender Zeitgenossen über den späteren »konservativen Revolutionär«.

Therese Muxenede

Bild: Arnold Schönberg und Carl Redlich, Payerbach, nach 1900